Kurztipp: InDesign Scripte und Plugins beim Smashing Magazine

Hallo allerseits,

vor wenigen Tagen hat das Smashing Magazine einen hervorragenden Artikel veröffentlicht, in dem ein ganzer Stapel von nützlichen Scripts und PlugIns vorgestellt wird, die einem das Arbeitsleben erheblich vereinfachen können! Beispielsweise sind einige Scripte dabei, die die Import- bzw. Platzieren-Optionen von PDFs in InDesign enorm vereinfachen und erweitern.

Wühlt Euch mal durch und gebt gerne ein Feedback zu den getesteten Tools!

Greets

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Kurztipp: Cleverprinting PDF/X und Colormanagement

Für alle, die häufiger mit Druckdaten zu tun haben und sich verstärkt für die Druckvorstufe, Farbmanagement und PDF interessieren ein ganz heißer Tipp:

Das Handbuch PDF/X und Colormanagement von Cleverprinting.

Ein wirklich toller Ratgeber mit jeder Menge Know-How zur Erstellung guter Druckdaten, die auch zu anständigen Druckergebnissen führen!
Eine große Reihe wichtiger Themen rund um PDF, Farbmanagement und Druckvorstufe werden hier behandelt, es ist also mehr als nur einen Blick wert! 😉

Kurzinfo: Was ist ein Andruck?

Wie in einem früheren Artikel geklärt, ist ein Proofdruck eine Simulation des späteren Druckergebnisses. Im Gegensatz dazu steht ein Andruck, er ist nämlich eine Art „Erstdruck“ des Produktes. Solch ein Andruck wird im Normalfall auf dem richtigen Material mit den später zu verwendenden Farben in 1:1- Größe durchgeführt. Als Maschine wird entweder eine Andruckpresse oder direkt die Maschine, welche auch später für den Druck verwendet wird, eingesetzt.

Ein Andruck ist demnach das sicherste Mittel zur Kontrolle des späteren Druckerzeugnisses, allerdings auch weit kosten- und zeitintensiver als ein Proofdruck.

Was ist ein Proofdruck?

Proofdruck:

Bevor man endgültig einen Auftrag ankurbelt, möchte man oft gerne eine Kontrolle über das spätere Aussehen seines Druckerzeugnisses haben. Das macht gerade bei aufwändigeren Druckverfahren Sinn – an dieser Stelle können Fehler und unnötige Mehrkosten einfach und schnell vermieden werden.

Eine der sichersten Methoden ist ein Proofdruck. Bei dieser Methode wird mit einem extra dafür ausgelegten Tintenstrahldrucker das spätere Druckergebnis simuliert. Diese für den Proof geeigneten Drucker müssen spezielle Anforderungen erfüllen, um eine möglichst sichere und vor allem farbverbindliche Vorschau des späteren Produktes zu liefern.

Ein Anwendungsbeispiel ist der Offsetdruck: Mit einem Kontrolldruck kann man schon vor Erstellen der Druckplatten sein Produkt auf Herz und Nieren prüfen bevor der Druckauftrag erteilt wird.

Oftmals bieten die Druckereien, bei denen man einen Auftrag durchführt, direkt einen Proofservice an (für höhere Auflagen auch meist kostenlos), nachfragen lohnt sich also immer! Der Drucker, welcher später den Auftrag bearbeitet, richtet dann die Maschine mit Hilfe dieses Kontrolldrucks ein. Man nennt diese Vorgehensweise „Proofdruck mit Farbabnahme“.

Falls Ihre Druckerei keinen Proofservice oder nur einen sogenannten „Formproof“ anbietet (siehe unten), kann Ihnen oft eine andere Druckerei in Ihrer Stadt für einen kleinen Preis aushelfen, oder Sie sehen sich im Internet um – es gibt einige spezielle Online-Proof-Service-Angebote, die Ihnen einen Proofdruck produzieren und direkt an eine gewünschte Adresse schicken. Allerdings müssen Sie bei dieser Variante mit Ihrer Druckerei abklären, ob diese eine Farbabnahme nach einem externen Proodruck akzeptieren und durchführen. Falls nicht, dient dieser ausschließlich als Kontrolle für Sie, ist dann aber nicht mehr als farbverbindlich einzustufen.

Bonus-Info: Formproof / Korrekturabzug

Ein Formproof ist nicht farbverbindlich. Das heißt, die Farben sind denen des später gedruckten Ergebnisses lediglich ähnlich, mehr aber auch nicht. Der Formproof hat den Sinn, kontrollieren zu können, ob alle Elemente der Gestaltung vorhanden und an der richtigen Stelle gedruckt sind. Wer also sicher gehen möchte, dass die Farben auch stimmen, muss sich nach einer anderen Absicherung umsehen.

Bonus-Info: Drucklacke im Proof?

Drucklacke können leider nicht mit einem Proofdruck simuliert werden.

Fazit:

100% farbgenau geht eigentlich gar nichts – dennoch kann man zumindest versuchen, so exakt wie möglich zu arbeiten und alle hierfür zur Verfügung stehenden Instrumente zu nutzen. Ein Proofdruck ist sehr gut zur Vorabanalyse geeignet – vor allem, wenn der Proofdruck von der Druckerei stammt, die später auch den Auftrag durchführt und diese sich dazu verpflichtet, sich so genau wie möglich nach diesem Proof zu richten.

Farbauftrag

Einführung

Es kann bei Ihren Druckprojekten vorkommen, dass die Preflight-Software oder Ihre Druckerei mit der Begründung meckern, es sei ein zu hoher Farbauftrag in den untersuchten Druckdaten enthalten. Was aber bedeutet das genau?

Farbauftrag

Generell wird im Druck das Farbsystem CMYK verwendet, um die Farben zu erzeugen. Wenn also beispielsweise ein Foto gedruckt wird, dann werden die enthaltenen Farbtöne durch CMYK-Mischungen und nicht durch Volltonfarben (also ohne Mischung) erzielt. Der Farbauftrag errechnet sich nun anhand der Summe der einzelnen Farbkanäle – z.B. wird ein klares Rot aus 100% Gelb und 100% Magenta erzeugt, das ergibt also: 200% Farbauftrag.

Das Problem, das hierbei entstehen kann, ist, dass bei einem für das Druckverfahren, das verwendete Papier und die Druckmaschine zu hohen Farbauftrag die Farbe bei der Verarbeitung nicht schnell genug trocknet. Die Produkte werden also weiterverarbeitet, obwohl die Farbe noch immer ein wenig flüssig ist und abfärben kann und so entstehen unschöne Farbflecken auf den Produkten. Darüber hinaus kann es zu Klebestellen kommen, so dass die Produkte bei der weiteren Verarbeitung aneinander haften bleiben.

Bei Ihrer Druckerei sollte im Normalfall angegeben sein, wie viel Prozent maximaler Farbauftrag für das Druckverfahren, die jeweilige Maschine und das verwendete Papier problemfrei zu bewältigen ist. (Bei Expressproduktionen ruhig noch einmal gesondert absichern, da hier häufig beschleunigte Verfahren angewendet werden, weshalb der Farbauftrag noch geringer sein sollte!) Generell bewegen sich die Werte (abhängig von den genannten Faktoren) etwa zwischen 260% bis 340%.

Lösungsansätze

Zuerst einmal muss man sich ansehen, welche Elemente betroffen sind. Sollte es sich um Vektoren oder Schriftelemente handeln, die falsch angelegt oder gewandelt wurden, kann man sie einfach händisch auf den richtigen Farbwert einstellen.

Sollten allerdings Pixelbilder, also Fotos die Ursache des Problems sein, muss man etwas anders vorgehen.

Eine mögliche Lösung ist, per Photoshop in Handarbeit an die Farben heranzugehen und diese mit unterschiedlichsten Methoden anzupassen, zu bearbeiten und immer wieder zu kontrollieren, bis der Farbauftrag passt. Hierfür gibt es kein Patentrezept und es bedarf einiger Erfahrung, da es sehr schnell zu starken Farbabweichungen kommen kann. Außerdem ist diese Lösung sehr nerven- und zeitintensiv, also wirklich nur bedingt zu empfehlen.

Der korrrektere Weg und die zweite Lösung ist, beim Export seiner Druckdaten mit dem richtigen  Farbprofil zu arbeiten. „Richtig“ meint: Passend zum Druckverfahren, der Druckmaschine und dem verwendeten Papier. In diesem Fall wird automatisch der Farbauftrag auf die richtige Höhe eingeschränkt (z.B. ECI ISO COATED v2 – für gestrichene Papiere und Bogenoffsetdruck – limitiert den Farbauftrag auf 330% oder ECI ISO COATED v2 300 – ebenfalls für gestrichene Papiere und Bogenoffset – begrenzt den Farbauftrag auf 300%; weitere Farbprofile und Spezifikationen siehe Link weiter unten). Die Daten werden also in dieses neue Farbprofil umgerechnet und die Farben angepasst.

Hinweis: Wenn Sie nicht wissen, welches Profil Sie benötigen, fragen Sie einfach bei Ihrer Druckerei an!

Allerdings ist dieser Weg, gerade wenn man mit Farbmanagement noch nicht sehr viel zu tun hatte, mit großer Vorsicht zu genießen, da es auch hier mitunter zu starken Farbabweichungen kommen kann – vor allem, wenn das Farbprofil für das Druckverfahren und die verwendete Papiersorte nicht geeignet ist.

So oder so muss man sich immer darüber im Klaren sein, dass bei einer Farbumwandlung – sei es von RGB in CMYK oder auch bei der Umrechnung in ein anderes Farbprofil – immer ein leicht bis stark verändertes Farbbild entstehen kann.

Spezialfall: Schwarz nach Wandlung von RGB nach CMYK

Ein häufiger auftretender Fehler ist, dass Schwarz bei einer (automatisierten) Wandlung von RGB nach CMYK häufig nicht aus 0/0/0/100 (CMYK) zusammengesetzt wird, sondern nach der Wandlung plötzlich aus 100/100/100/100 (oder ähnlichen Werten) besteht, in diesem Fall also 400% Farbauftrag. Generell sind nach einer Umwandlung gerade die dunklen Bereiche häufiger ein Problem, an dieser Stelle ist also besondere Obacht erforderlich!

Anmerkung: Passermarken / Druckmarken

Sollte Ihr Preflight lediglich wegen der Passermarken die Farbauftragswarnung herausgegeben haben, dann bestehen keine Schwierigkeiten. Passermarken werden standardmäßig in 100/100/100/100 (CMYK) angelegt, um während der Produktion eine Kontrolle zu haben, ob beim Druck Verschiebungen der einzelnen Druckfarben auftreten.

Schlusswort

Ich hoffe, ich konnte Ihnen ein wenig durch den Farbauftragsdschungel helfen! Sollten sich noch Fragen ergeben, jemand Fehler finden oder gerne etwas ergänzen wollen, dann immer gerne raus damit, entweder per Kommentarfunktion oder per Mail! 🙂

 

Weiterführender Link zu Colormanagement und Farbprofilen:
http://colormanagement.org/index_de.html

Kurztipp: WWF – Das grüne PDF-Format

Gerade wenn man im Print-Bereich arbeitet, macht man sich des öfteren Gedanken um nachhaltige Ressourcen-Wirtschaft. Allerdings ist dies nicht nur ein Thema, wenn es um größere Druckprojekte geht (ein Stichwort wäre in diesem Kontext der FSC), sondern gerade auch im üblichen Büro-Alltag (und eben nicht nur im Print-Bereich!).

Muss jedes Dolkument gedruckt und abgelegt werden? Genau diese Frage hat sich anscheinend auch der WWF gestellt und ein PDF-Format veröffentlicht, welches sich nicht drucken lässt! Auf diese Weise können unnötige Ausdrucke mit ein wenig cleverer Vorüberlegung sofort unterbunden werden.

Das Motto dabei lautet: „Think before you print!“ bzw. „Save as WWF, Save a Tree“ 🙂

Eine wirklich gute Idee, wie ich finde, und definitiv einen Blick wert!

Hier geht es direkt zur Infoseite des WWF:

Sonderfarben / Schmuckfarben / Effektfarben

Oftmals ist man in der Situation, dass man beim Druck eine oder mehrere Farben wirklich exakt reproduziert haben möchte. Dies ist z.B. häufig bei Logos oder generell Farben des Corporate Designs der Fall.

Lässt man nun seine Daten bei einer Druckerei in klassischem CMYK drucken, stellt man meist eine geringe bis größere Farbabweichung beim Proof oder bei seinen Druckerzeugnissen fest, was mitunter sehr ärgerlich sein und generell vermieden werden kann.

Die Lösung ist, dass man mit sogenannten Sonderfarben bzw. Schmuckfarben arbeitet. Dies sind Farben, die beim Druck zusätzlich zu Cyan, Magenta, Yellow und Keycolor (Black) verwendet werden. Für diesen Fall gibt es Farbnormsysteme, die verwendet werden können. Die bekanntesten und wichtigsten sind wohl Pantone, HKS und das RAL-Farbsystem.

Anhand von Farbfächern, Mustermappen oder Farbkatalogen kann man sich seinen gewünschten Farbton aussuchen, der beim Druck verwendet werden soll. Hierbei sind auch viele Farben/Farbtöne vertreten, die mit CMYK gar nicht reproduzierbar sind (also außerhalb des CMYK-Farbraums liegen) oder auch Effektfarben, wie beispielsweise verschiedene Metallic- oder Goldtöne.

Die gewünschten Sonderfarben werden beim Druck als Volltonfarben in einem zusätzlichen Druckvorgang aufgetragen.

Nachteil des Ganzen ist selbstverständlich ein höherer Preis – zum einen für die gewünschte(n) Farbe(n), zum anderen für die enstehenden Einrichtungskosten an der Druckmaschine. Auch ist die Einarbeitungszeit zur Einrichtung von Sonderfarben in den Druckdaten natürlich höher, falls man sich mit der Materie nicht schon auskennt. Ggf. muss sogar ein Grafiker bemüht werden, um die Daten richtig anzulegen oder diese zumindest vor dem Druck zu prüfen.

Der Vorteil ist dennoch nicht von der Hand zu weisen, denn auf diese Art und Weise kann man sichergehen, dass die Farben beim Druck wirklich den Farbtönen entsprechen, welche man auch angelegt hat. So ist es möglich, dass auf verschiedensten Druckmitteln (auch wenn diese in unterschiedlichen Druckereien produziert werden) die in Sonderfarben angelegten Elemente den gleichen Farbton aufweisen.

HKS: http://www.hks-farben.de/

Pantone: http://www.pantone.de/pages/pantone/index.aspx

RAL: https://www.ral-farben.de/