Tipps für die Medienproduktion – CD / DVD / Blu-ray

Einleitung:

Mein lieber Herr Gesangsverein, was einem manche Vertriebler / Kundenberater unterzujubeln versuchen ist wirklich ein Ding (und ich spreche hier aus Erfahrung, da ich nicht nur beruflich häufiger mit diesem Produktionsfeld zu tun habe, sondern auch als Hobby-Musiker schon die ein oder andere Medienproduktion und einige Anfragen hinter mir habe).

Aber es geht in diesem Artikel nicht darum, Personen oder Firmen an den Pranger zu stellen – schließlich gibt es unter den Produktionshäusern / Druckereien natürlich nicht nur faule Eier, sondern auch einige sehr kompetente Zeitgenossen – es geht vielmehr darum, dahingehend zu sensibilisieren, bei seinem Medienproduktionsprojekt von vorneherein mit einigem Grundwissen an die Sache heranzugehen, um den ein oder anderen Fallstrick vermeiden zu können.

Punkt #1: Kopierung oder Pressung

Kleinere Produktionsauflagen werden in der Regel in der Kopierung bearbeitet. Das heißt, dass im Endeffekt herkömmliche Rohlinge in einem Kopierwerk mit den Daten beschrieben (also „gebrannt“) werden. Der enorme Vorteil dieser Methode ist, dass eben kleine Auflagen zu einem sehr günstigen Preis hergestellt werden können. Die Nachteile werden aber oftmals nicht richtig vermittelt, denn wie sieht es mit der Qualität aus? Sicher, die Daten sind im Normalfall gut lesbar und auf den Endgeräten führen die Medien selten zu Problemen, aber: Wie steht es um die Halbwertszeit dieser Medien? Diese hängt von mehreren Faktoren ab, wie etwa:

  • Qualität der Rohlinge
  • Schreibgeschwindikeit
  • spätere Lagerung der Medien

Hersteller geben gerne eine Halbwertszeit von bis zu 25 oder sogar 50 Jahren für ihre Medien an, was die Kundenbetreuer und Vertriebler auch meist genauso weitergeben, allerdings werden in der Realität häufig Rohlinge geringerer Qualität verwendet, die Schreibgeschwindigkeit ist selten im unteren Bereich angesetzt, außerdem wird bei der Kalkulation auch von einer perfekten, also z.B. lichtarmen und trockenen, Lagerung ausgegangen, was natürlich auch nicht der Realität entspricht. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass selbst langsam gebrannte CD-Rohlinge guter Qualität bei einer normalen Lagerung etwa 10 Jahre gut überstehen (Vorsicht: im Ausnahmefall kann dies auch weit kürzer sein!), danach dann aber binnen kürzester Zeit gerne den Geist aufgeben.

Nun ist es eine Ermessensache, welchen Anforderungen das Produkt gerecht werden soll. Handelt es sich also um ein Werbemittel, welches nicht lange halten muss, dann ist die Kopierung kein Problem und man kann, bei kleiner Auflage, Kosten einsparen. Sollte man aber z.B. bei einer Musik-CD darauf hoffen, dass die Kunden möglichst lange etwas von der CD haben, dann sollte man seine Auflagenhöhe dementsprechend anpassen und die CDs pressen lassen (die höheren Kosten entstehen übrigens durch das aufwändigere Verfahren und ein Glasmaster, welches vorab produziert wird). Auch bei gepressten Medien gibt es ein Verfallsdatum, allerdings liegt dies, zumindest bei sachgerechter Behandlung der Medien, deutlich höher als bei den gebrannten Exemplaren.

Punkt #2: Siebdruck / Digitaldruck / Offsetdruck

Bei vollflächigen, einfachen Motiven mit nicht allzu vielen Farben (und ohne Verläufe!) wird häufig der Siebdruck verwendet. Gegen dieses Verfahren kann man nicht viel einwenden, es macht bei einfacheren Motiven Sinn und liefert meist sehr gute Ergebnisse.

Wenn es aber um die Entscheidung Digitaldruck oder Offsetdruck geht, gibt es einiges zu beachten. Wie bei Kopierung und Pressung hängt auch diese Entscheidung meist an der Auflagenhöhe. Bei geringeren Auflagen wird in den häufigsten Fällen der Digitaldruck verwendet, bei höheren lohnt sich dann der Umschwung zum Offsetdruck. Hier gilt es aufzupassen, denn der Digitaldruck liefert (nun speziell im Bereich der Medienproduktion betrachtet) häufig ein schlechteres Ergebnis als der Offsetdruck. Farben werden nicht immer korrekt wiedergegeben, Verläufe sehen oft nicht schön aus, das ganze Motiv kann mitunter blass wirken, usw. Auch hier gibt es solche und solche Druckereien (je nach Personal und verwendeten Maschinen – nicht selten werden aber aus Preisgründen Maschinen geringerer Qualität eingestzt, was zu den genannten Problemen führen kann), weshalb man sich vorher einen Andruck nach Hause bestellen sollte, um das Endergebnis vorab zu prüfen. Der Offsetdruck dagegen liefert meist ein sehr brilliantes Ergebnis, außerdem muss man seine Auflagenhöhe oftmals nur ein wenig nach oben korrigieren, um zu dieser Druckvariante zu greifen und (im Regelfall) ein qualitativ hochwertigeres Ergebnis zu erzielen.

Fazit:

Man muss abwägen, was man bei seiner Produktion genau braucht und haben möchte, sollte sich aber auch der Konsequenzen dieser Entscheidungen bewusst sein und die Risiken kennen. Darüber hinaus lohnt es sich immer, genau nachzufragen, was man bei seinem Produkt erhält (in Bezug auch Druckverfahren, Kopierung oder Pressung, Qualität der Rohlinge, Schreibgeschwindigkeiten, etc.). Vergleichen macht immer Sinn, denn vielleicht bietet einem ein Produktionshaus b den Offsetdruck schon bei einer niedrigeren Auflage zu einem guten Preis, während Produktionshaus a noch felsenfest den Digitaldruck anpreist.

Gerade in diesem Bereich ist die Abwägung Preis zu Qualität natürlich schwer, aber man darf nie vergessen, wofür das Medium, welches man produziert, eigentlich gedacht ist, dann fallen die Entscheidungen häufig leichter! 😉

Gibt es noch Ergänzungen, Fragen, Korrekturen oder Anregungen zu diesem Thema? Dann freue ich mich sehr auf Kommentare oder E-Mails! 🙂

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